Laurie Penny und die Bitch Doktrin

Ich bin hier gerade etwas in Verzug mit meinen Beiträgen zum Literaturfestival. Aber das war/ist ein intensives Wochenende. Am vierten Tag des Festivals gehe ich zunächst zum Hotel Henri unweit des Hauses der Berliner Festspiele, um mit Pola Oloixarac über ihren Hackerroman „Kryptozän“ zu sprechen. Das Interview wird es so bald wie möglich auch hier in kompletter Länge zu lesen geben. Ansonsten haben heute um 21 Uhr noch Leute die Möglichkeit, die sehr sympathische, argentinische Autorin in der Gartenbühne des Hauses der Berliner Festspiele selbst zu erleben.

Danach mache ich mich in den Zuschauerraum des großen Saals, um auszukundschaften, was es mit der „Bitch Doktrin. Gender, Macht und Sehnsucht“ von Laurie Penny auf sich hat. Ein provokanter Titel, wie selbst frei heraus zugibt. Der Saal ist nur halbvoll, aber parallel läuft gerade auch der Kongress über Demokratie und Freiheit in der Kassenhalle des Hauses.
Ich muss zugeben, dass Laurie Penny mir vor dieser Veranstaltung kein Begriff war. Aber der Titel hatte auch mich neugierig gemacht, zumal ich gerne bei meinem diesjährigen Besuch des Festivals einen Hauptaugenmerk auf weibliche Autoren legen wollte. Laurie Penny scheint eine Koryphäe auf dem feministischen Gebiet zu sein. Seit ungefähr neun Jahren bloggt und schreibt sie über dieses Thema. Es ist ihr sechstes Buch. Eigentlich hatte sie einen Roman schreiben wollen, aber die jüngsten politischen Entwicklungen, insbesondere die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten, ließen sie sich anders besinnen.
Laurie Penny ist eine agile kleine Person, die schnell denkt sowie eloquent und witzig ihre Ansichten und Thesen erläutert. Ja witzig, ihr habt richtig gehört. Wer sich Feministinnen als verkniffene, kläffende, humorlose Mannsweiber vorstellt, dürfte von Laurie Penny überrascht sein.
So ernst ihr ihre Themen sind, so trägt sie doch ihre Anliegen frisch und nicht ohne Selbstironie vor. Ich kann nur sagen, der Titel „Bitch Doktrin“ hätte mich nicht unbedingt gereizt, das Werk zu lesen. Aber nachdem ich die Autorin erlebt habe, werde ich garantiert, sobald ich etwas Luft habe, mich mit den Texten einmal eingehender befassen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s